Dienstag, 22. August 2017

einfach mal weg sein

In diesem Jahr haben wir keinen Urlaub gebucht. Weil ich keine Lust hatte, die Tage so fest zu verplanen. Also haben wir den Jeep gepackt und sind Richtung Norden aufgebrochen.
Zuerst wollten wir Verwandte auf der Insel der Schönen und Reichen besuchen. Nicht so wie sonst mit dem Autozug, sondern - als Vorgeschmack- per Fähre von Dänemark aus


So mitten in der Woche war nicht so viel los.....

Auf der Insel haben wir dann unser Zelt aufgeschlagen.





Wir haben das Zelt im Dunkeln aufgebaut. Da kann es für so ein Bäumchen schon mal knapp werden....

Ich finde, alleine dieser frei Blick  macht gelassen und entspannt.


Im nördlichsten Teil Deutschlands steht ein  Riesenrad mit guter Aussicht.



Nach 2 Nächten mit Möwen, die nie schlafen gehen und die ganze Nacht etwas zu bereden haben, ging es per Fähre zurück nach Dänemark.



Wir hatte uns als Etappenziel einen Campingplatz an der Nordseeküste ausgesucht, der damit wirbt, immer genug Platz zu haben. War auch so. Ein Total schöner Ort. Zelten kann man da, wo man möchte, solange 3m zum Nachbarn eingehalten werden.
Wir wollten direkt bis an die Dünen. Und haben einen tollen Platz gefunden, der Jeep stand fotogen fast auf der Düne. Perfekt. Doch bevor wir mit dem Aufbau beginnen konnten, kam starker Wind und heftiger Regen auf. Tapfer versuchten wir unser Bestes, standen irgendwann tropfend im Zelt und versuchten mit allen Kräften zumindest das Außenzelt fest zu halten und zu verhindern, dass die Stangen brechen. Klar, wir sind keine erfahrenen Camper, aber ich schätze mal, es war eine Königsdiziplin. Nach 2 Stunden haben wie uns für Plan B entschieden und das tropfnasse Etwas so gut es ging wieder eingetütet. Schade ist, dass es keine Actionfotos vom Jeep in den Dünen gibt....

Ab jetzt ging es mit Hotels weiter, weil wir im Sturm die Plane für den Zeltboden verloren haben. Und ohne kann man keine Sachen trocken im Zelt lagern.
Wir haben uns jeden Tag ein Stückchen durch Dänemark bewegt. Hier ein paar Fotos:




Ein paar mal sind wir der Margaritenroute gefolgt. Die führt über schöne Strassen, die oft recht eng und kurvig sind.






Überall stehen an den Strassen so kleine Verkaufstische oder -Regale, wo man Blumen, Obst oder Kartoffeln .... kaufen kann.


In Dänemark gibt es sogar einen Berg....






Die letzte Station war Hamburg...




Aber eins kann ich sagen: zu Hause is auch schön.





Und am Wochenende ist ja auch KLR-Treffen.

Sonntag, 23. Juli 2017

Die Karre nervt...

Nach 5-jähriger KLR Abstinenz und Verheilen der psychischen Wunden (die Karre hat mich nach einer Motorüberholung bei 35°C im Schatten auf der Autobahn im Stich gelassen) war es an der Zeit, die KLR zu reanimieren. Das hat sie sich verdient. Warum hab ich mittlerweile vergessen, aber schön grün ist sie ja, die KLR. 
Aus mehreren Motoren, die mehr oder weniger alle einen Totalschaden erlitten hatten (nicht bei mir), habe ich dann schließlich einen funktionsfähigen Motor zusammengebastelt. Der kling beim ersten Starten richtig gut und läuft rund, allerdings sind die im Schnitt 30 Jahre alten Dichtungen, Wellendichtringe und Gummiformteile derartig ausgehärtet, dass der Motor aus allen Ritzen Öl verliert. Also ran an den Speck. Einige Teile sind zügig gewechselt. Mein O-Ring Sortimentskasten gibt einiges her, und so ist irgendwann alles dicht. 

Denkste! Da schwitz die Gurke aus der Ventildeckeldichtung! Und schön alles auf den Krümmer. Inclusive intensiver damit verbundener Rauchentwicklung.. Toll!

Also wieder alles auseinander. Bei der Demontage des Ventildeckels fällt auf was, passiert ist. Die neu eingebaute Ventildeckeldichtung aus dem Zubehör passt nicht 100% und beim Anziehen hat es ein Gewinde der Befestigung dahingerafft. Da bei der KLR die Gewinde für den Ventildeckel schlauerweise direkt in den Nockenwellenlagerböcken gebohrt sind, ist eine Reparatur knifflig. Helicoil fällt von vornherein aus, da in Alu unzuverlässig. Eine Ensat Buchse habe ich noch. Eine! Die muss da jetzt rein. Quasi mit Bordmitteln. Also Makita und Handgewindebohrer. Großartig Material ist nicht vorhanden für so eine fette Buchse, also muss das 100% sitzen. Die Ensat Buchsen sind selbstschneidend. Aber das kann ich wohl vergessen. Maximal 2 Zehntel darf ich daneben bohren sonst ist die Lauffläche für die Nockenwelle futsch. Also erstmal aufbohren. 6,5mm, 7, 8, 8,5... 
Selbst in das Aluminium ist an selbstschneidend nicht zu denken. Also flux die ersten beiden Gänge des 3-teiligen Hand-Gewindebohrersatzes durchgezogen. Jetzt passt die Buchse knirsch rein. Hab das Ding dann noch mit hochfester Fügeverbindung aus dem Bestand eingeklebt. Dieses Gewinde wird wohl bis an das Lebensende der KLR halten, dieses eine schon...













Samstag, 22. Juli 2017

Manche Dinge müssen lang sein

Die KLR hatte vor Ihrer 5-jährigen Zwangs-Rente, eine Gabel von einem Kawasaki Nachfolgemodell (Kawasaki Tengai) bekommen. Der Grund dafür war die tolle Bremse, die eine wesentlich größere Bremsscheibe mit der damit verbundenen Bremsleistung hatte, und die Standrohre sahen auch viel besser aus, weil nahezu neuwertig. Nachteil: zu kurz!

Die Tengai war ja eher so eine Art Reiseenduro, also war die Gabel dementsprechend kürzer, damit die Reisenendurofahrer, die im allgemeinen kurzbeinig und dick sind, besser mit den Füßen auf den Boden kommen, siehe BMW Fahrer.
Eine Lösung könnte sein die Gabel mit den Gleitrohren der Kawasaki KLR 650A umzubauen, also die Gleitrohre der 650A in die Standrohre der 650B (Tengai) einzubauen. Vorteil: 2 cm längere Gleitohre + 15 mm mehr Federweg an der Dämpferstange. Insgesamt wird die Gabel also 35 mm länger und bietet somit mehr Bodenfreiheit, Federweg und vor allem Negativfederweg. Den hatte die KLR nämlich fast gar nicht mehr, nachdem ich derartig Vorspannhülsen reingeballert habe, damit die Fuhre nicht so stark einsackt. Ein Freund frotzelte schon rum: "die tiefste KLR in NRW."

Das muss sich ändern, denn nicht nur die Federung und das Fahrverhalten sind wichtig, nein, die Gabel muss lang sein und der Kotflügel muss mindesten einen halben Meter über dem Vorderrad schweben. Mann darf nur maximal mit den Fußspitzen auf den Boden kommen. Klingt komisch, ist aber so!

Ein lieber Forenkollege hat mir die Gleitrohre aus seinem Fundus verkauft und das passende Werkzeug geliehen. Der Umbau ist keine große Sache. Bei der Gelegenheit kann man auch gleich das Gabelöl wechseln und die Dämpfer gründlich reinigen. Eine Staubkappe musste ich noch aus einer alten 600er Gabel ausbauen, eine hatte den Umbau nicht überlebt.

Nach Einbau und Probesitzen war ich schon fast zufrieden. Negativfederweg hatte ich jetzt aber viel zu viel. Also noch eben die kleinen Federn der Dämpferstangenanschläge "mit reingeschoben". Progressive Federn von Wilbers sind schon drin, aber die sind ja für die Tengai Gabel, also auch etwas zu kurz. Jetzt steht die Karre optimal. Voll ausgefedert auf dem Seitenständer und beim aufsitzen federt es ca. 40 mm ein. Passt!




Samstag, 8. Juli 2017

"Wenn erstmal läuft.... ist doch cool"

sagte der Mechaniker.
Kurz zuvor hatten wir den ersten Test mit dem zusammengeschraubten Motor gemacht. (Das Beste aus 4 Motoren)
Aber der Reihe nach:
irgendwo in den Tiefen des Söllers hatte sich noch ein Kühler gefunden, der fix angebaut wurde. Beim Befüllen mit Kühlflüssigkeit fielen dann erste Undichtigkeiten auf. Da wollte der Mechaniker schon aufgeben. "Wenn dass die Kühlpumpendichtung ist, müsste ich den ganzen Motor nochmal aufmachen. Da hab ich keinen Bock zu. Dann wird alles da dran gebaut, nochmal schön geputzt und dann wird das ein Ausstellungsstück. "am Besten noch mit Holzrahmen drumrum" murrte er.
Aber dann kam doch nicht so viel blaue Plörre rausgelaufen, wie gedacht und so wurde der Tank drauf gepackt, alle Flüssigkeiten aufgefüllt und die Kabel angeschlossen.
Allerdings roch es heute beim Öffnen des Garagentors sehr nach Benzin. Was das jetzt wieder ist? Es wurde es spannend.
Eigentlich sollte sich erst das Öl verteilen, aber der Motor sprang sofort an.
Und natürlich hat der Mechaniker ein Video gemacht:



"Klingt  kakke im Video" empört sich der Mechaniker.

Lange lassen wir den Motor dann auch nicht laufen, denn der Vergaser läuft über, der Benzinhahn ist hält nicht dicht, der Thermostat ist undicht und hängt vielleicht. Alles wird sehr schnell heiß und kocht über. Soweit die erste Mängelliste.

Naja. Aber läuft.

Freitag, 7. Juli 2017

Der Pott feiert

Es ist weder soweit: es ist Bochum total. Und das ist immer ein richtig dickes Ding. 4 Tage volle Pulle Festival. Draußen. Umsonst. Richtig geil. Mindestens an einem Tag muss ich da immer hin. Nicht unbedingt wegen der Musik. Da gucke ich vorher nicht ins Programm.
In diesem Jahr haben wir uns schon am Donnerstag "für ein Bierchen" auf die Socken gemacht. Gedacht war, nur einen Bierstand vor einer der Bühnen anzulaufen, ein Bier zu trinken, Stimmung zu schnuppern und wieder zu gehen. Aber dann haben wir doch eine kleine Runde gemacht und sind vor der 1Live Bühne hängen geblieben. Der Top Act des Abends war Alice Merton, Bisher kannte ich nur "No Roots" aus dem Radio. Die anderen Lieder haben mir auch gefallen. Das war schön.
Der Auftakt von Bochum total ist gelungen. Am Samstag gehen wir wieder hin. Ich freue mich schon.

Sonntag, 2. Juli 2017

KLR 600 und der Motor

Irgendwann muss es ja mal gemacht werden.  Auch wenn keiner so richtig scharf darauf ist. Irgendwann muss der Motor in die KLR gehoben, geschoben und eingepasst werden.
Natürlich hat der Mechaniker nicht einfach einen 600er Motor wieder instand gesetzt, sondern aus mehreren "Restmotoren", die auf dem Söller lagen, einen 650er zusammengebastelt. Und der ist größer, schwerer und überhaupt etwas anders als der originale.
Mein Job ist da recht überschaubar: Fotos machen, an verschiedenen Stellen Sachen festhalten und angeben, und natürlich immer optimistisch bleiben.


Zunächst hat der Mechaniker das Ding auf den Wagenheber gewuchtet.  Es wurde rumprobiert, hochgepumpt, abgelassen, der Motor mehr aufgerichtet.... Mehr als eine Stunde ging das so. Danach hatte der Kühler eine empfindliche Macke, am Rahmen war der Lack ab, ein Kabel fast durchgescheuert und der Mechaniker mit seiner Lust auf die KLR am Ende. Als dann der Motor nach vorne kippte, hätte er ihn auch einfach fallen gelassen, so entnervt war er. Aber der Fahrzeugheber hat Schlimmeres verhindert und das komplette Gewicht aufgefangen.


An dieser Stelle war der Mechaniker kurz davor einen Container zu bestellen und den ganzen Schrott da rein zu werfen.
Also habe ich ihn erstmal mit einem kühlen Getränk versorgt und seine Schimpfereien einfach ignoriert. Und siehe da: ein neuer Versuch konnte gestartet werden. Und: tataaaaa: der Motor ist drin.



Natürlich ist noch eine Menge zu tun, bis der erste Startversuch unternommen werden kann.  Und erst dann ist klar, ob der Motor läuft.
Das KLR-Treffen rückt näher und ich bin echt gespannt, ob der Mechaniker dieses mal  wieder mit der passenden Karre dort auftaucht.