Dienstag, 18. September 2018

Sie Sertao will ganz nach oben

Die nächste Erprobungfahrt mit der Sertao stand an. Nach einigen kleinen Änderungen sollte das Pendeln endlich beseitigt sein. Also ging es zu einem kleinen Berg im Sauerland, den man gerade noch so befahren kann, ohne das einem ein Sondereinsatzkommando im Nacken sitzt. 720 Meter, immerhin. Die Anfahrt ist ein ausgefahrener Waldweg mit Schotterauflage. Ob das geht? Und wie das geht!
 Ich habs aber nicht übertrieben, nach mir kommende wollen ja nicht gleich verjagt werden. Auffällig ist das echt leise Betriebsgeräusch der Sertao. Man fällt nicht auf. Angenehm. Dort oben geht eine echt steife Brise!


Pünktlich oben auf dem Hügel, versagt dann wieder das Blaupunkt Motopilot und lässt sich nicht mehr bedienen. Wer denkt das Blaupunkt noch das ist als was wir es kennen, nämlich als deutsches Qualitätsprodukt, den muss ich jetzt leider enttäuschen. Die Produkte sind allesamt Müll. Egal, irgendwie finde ich nach Hause.




Innerhalb von ein paar Minuten war ich auch wieder am Sorpesee. Irgendwie. 
Dort schnappte ich noch den Satz auf: "kuck mal, das ist die Nachfolgerin von meiner F650!", wusst ichs doch, Ute ist der richtige Name!


Zufällig habe ich dann noch herausgefunden, das der dortige Motorradtreff immer noch das gleiche tolle Bild im Internet verwendet, das dort mal aufgenommen worden ist, als Butterfly und ich mit unseren Motorrädern dort waren. Super Bild!




Sonntag, 16. September 2018

zum Kuckuck!

Wegen der Pendelei der BMW habe ich bereits einiges probiert:

- Luftdruck verändert
- Dämpfer- und Federvorspannung eingestellt
- Verkleidungsscheibe nach unten gestellt
- Die Gabel auf verspannte Montage überprüft
- Lenkkopflager nochmal geprüft und nachgestellt

Also auf zur Probefahrt!

Die Sertao hat TKC80 bekommen. Auf der Strasse ist der Reifen mehr als gewöhnungsbedürftig, die Qualitäten sollen wohl eher im Offroad Bereich liegen. Naja... geht so.



Irgendwo mitten in der Pampa fahre ich um eine Kurve und denke "hä?" Doch richtig gesehen. Na da weiß ich ja jetzt endlich, wo es zu dem verdammten Kuckuck geht.



In dieser Gegend gibt es einige Straßen, die nicht vernünftig ausgeschildert sind und so lande ich das ein oder andere mal mitten im Wald !?



Mäharbeiten am Wegesrand



Zuckerrohr mitten im Sauerland. Die Schnapsbrennerei kann nicht weit weg sein.


Irgendwo im Nirgendwo



 Die Fuhre eiert über die Straßen, dass es keinen Spaß macht. Die 15 Jahre alte Dakar war da ganz anders. Die Sertao pendelt nach wie vor bei Geschwindigkeiten über 110 km/h.
Für die Landstraße reicht das allemal. Ab und zu gibt es einen Leerlauf zwischen dem ersten und zweiten Gang. Sehr ärgerlich ist das bei Fahrmanövern, bei denen man das so gar nicht gebrauchen kann. Ich vermute, dass der Schalthebel das Problem ist. Man fühlt am Fuß so gut wie nix, da die Betätigung sehr leichtgängig ist.  Die Sertao ist sparsam. Ein Verbrauch von weniger als 4 Litern auf 100 km ist normal. Und überhaupt ist das Tanken witzig, wenn man den Tankdeckel am Seitendeckel aufklappt und ganz lässig neben dem Motorrad steht.


Sonntag, 26. August 2018

Vom Land an der Elbe nach Berlin

Endlich Urlaub. In diesem Jahr wollten wir wieder mit dem T@b 320 los. Wie schon einmal habe wir uns einen gemietet und sind Richtung Norden gestartet. Ohne große Vorplanung einfach mal sehen, wo wir ankommen.
Zunächst ging es Richtung Elbe mit der Option der Weiterreise. In meinem "Cool Camping Deutschland" - Buch fand ich das Camping Land an der Elbe.  Die Lagebeschreibung war vielversprechend: 30 Kilometer vor den Toren von Hamburg. Mal sehen, ob wir da länger bleiben? Oder fahren wir weiter?
Auf dem Platz kann sich jeder seine Stelle selber aussuchen. Wir fanden ein geschütztes Plätzchen in der letzten Reihe. Direkt an der Elbe waren alle Plätze belegt, aber das macht nix. Es ist trotzdem schön. Nachts hört man eine Eule rufen, wenn sie über den Platz fliegt.



 Bei Niedrigwasser gibt es sogar einen Sandstrand direkt am Campingplatz!




Die Region dort an der Elbe heißt Elbmarsch. Es gibt Pläne, das Gebiet zu einem Naturschutzgebiet zu machen. Viele verschiedene Wildvögel nisten und leben dort. Davon konnten wir uns bei einem Spaziergang über den Deich überzeugen.

Aber auch die Kühe mögen das kühle Nass an heißen Tagen.



Die genießen das.


 In der Mittagszeit kommen ganze Schwärme von verschiedenen Vögeln zusammen um zu ruhen oder zu baden.



Wir sind nicht mehr weiter gefahren und haben stattdessen Tagesausflüge gemacht. Nach Lüneburg und Hamburg, auch auf die andere Elbseite nach Geesthacht. Gemütlich verging die Zeit.
Bis zum Lichterfest im Nachbarort Drage...... Das war überall angekündigt und ich dachte noch: na, das kann ja nix Großes werden. Drage ist ein winziges Örtchen, in dem man noch nicht mal ein Getränk kaufen kann, wenn man durstig von der Wanderung über den Deich kommt. Da gibt es einfach nix. Außer dem Festplatz. Und so war ich auch nicht auf diese Spektakel vorbereitet.


Hingehen wollten wir nicht, wir haben eine Lichterkette aufgehängt...

Als es dunkel wurde startete das erwartete Feuerwerk. Lange hörten wir es krachen und knallen. Mich zieht es nicht zu solchen Events, ich habe nix für Feuerwerke übrig. Ich finde es eher nervig. So war ich auch ganz froh, als nach gefühlter Ewigkeit endlich wieder Ruhe war. Aber nicht für sehr lange. Das Getöse hatte einen 2. Teil, der noch heftiger war. Jetzt flogen Schwärme von Gänsen aus der Richtung über uns hinweg. Auch Enten und andere Vögel, die aus ihrer Nachtruhe geschreckt wurden. Wahnsinn, so ein großer Zug von Vögeln am nächtlichen Himmel.
Irgendwann war auch dieses Geknalle vorbei. Aber es scheint da eine gewisse Ansteckung zu geben. Am benachbarten Zeltplatz packte ein Idiot seine Raketen aus, die Hochzeitsgesellschaft nebenan hatte da auch noch was auf Lager und von unserem Campingplatz aus setzte sich ein Fackelzug mit einem Erwachsenen und vielen Kindern in Gang. Und das bei dieser Trockenheit.....
Danach hätte Ruhe sein können. Hätte können. Auf der Elbe machten sich Schiffe auf den Weg nach Hause. Viele Schiffe, die schnell über das Wasser fuhren. Den Wellenschlag hörten wir bis zu unserem Wohnwagen. Auch das dauerte lange. Auf der Strasse auf dem Deich gegenüber unserem Campingplatz setzte reger Autoverkehr ein. Es gab wohl auch viele Zuschauer auf der anderen Flußseite, die nun nach Hause fuhren. In einer dichten Fahrzeugkette produzierten sie ihr eigenes Lichterfest. Wahnsinn, wie unruhig eine Nacht sein kann.
Und das ganze Gelärme in einer Landschaft, die Naturschutzgebiet werden soll. 
Wir hatten sowieso überlegt, wie lange wir noch bleiben wollten und beschlossen, dass dieses Erlebnis erstmal ausreicht. 
Nach einer kurzen Zwischenstation zu Hause zum Wäsche waschen und Koffer neu packen ging es nach Berlin.
Unser Hotel lag recht zentral an der Urania. Günstig für solche Stadtläufer wie uns. Kaum waren wir angekommen, gingen wir auch schon los. Durch den Tiergarten. Es wurde schon dämmrig, als ich die ersten Fotos gemacht habe.


An einer Stelle kann man auf der einen Seite die Goldelse und auf der anderen das Brandenburger Tor fotografieren.


Wir laufen immer eher spontan durch die Städte. An diesem Tag "Unter den Linden" bis wir ein italienisches Restaurant fanden, in dem tatsächlich auch Italiener in der Küche standen und uns ein leckeres Abendessen zubereiteten.



 Danach schlenderten wir zurück zum Hotel.
(an diesem Tag zählte mein Pedometer 23 Kilometer.)

Wir machen nie so richtig Pläne, wenn wir unterwegs sind. Als Idee hatten wir, mit der S-Bahn 10 bis zu ihrem Endpunkt zu fahren und auf dem Rückweg an alles interessanten Stationen auszusteigen und uns umzuschauen. Oder einfach zum Alexanderplatz zu gehen und von da aus....?
Also erstmal los.
Das Wetter war einfach toll, an diesem Tag wurden es 34°C...


 Die Siegessäule bei knallblauem Himmel.


Hier gehen Besucherstöme bis in den Späten Abend ein und aus.


Unser Erstes Ziel: Der Alexanderplatz mit Fernsehturm.


Wir sind rum gekommen an diesem Tag. Bis nach Kreuzberg rein und zurück zu Checkpoint Charlie, den wir zwar schon oft gesehen haben, aber bei jedem Besuch führt unser Weg daran vorbei.
Am Hackeschen Markt hatten wir vor Jahren ein gutes Restaurant entdeckt. Da wollten wir zu Abend essen. Doch leider gab es die kleine Trattoria nicht mehr. Seltsam, aber mit italienischer Küche komme ich auswärts immer am Besten klar. Da kann ich fleischlos essen und mir ist nach dem Essen selten komisch. Wir wurden fündig. Auch hier sprachen Personal und Koch italienisch und die Speisen waren lecker zubereitet. Was ich ungewöhnlich finde, denn gerade in solchen Lagen mit vielen Touristen ist die Qualität der Speisen oft schlecht. Nicht im Restaurant Aposto.

Und am Abend dann nochmal die Siegessäule, diesmal mit Mond.


Besonders angetan war der Mechaniker von den Miet E-Rollern. 
Überall zischten sie über die Kreuzungen. Und als auf dem Rückweg einer einfach so da stand, mußte er einfach mal Probesitzen.


Am Ende dieses Tages zeigte mein Pedometer 29 Kilometer.
Am dritten und letzten Tag unserer Berlinreise waren wir noch im Zoo. Und ich habe mir geschworen, dass ich NIE, aber auch wirklich NIE mehr in einen Zoo gehen will. Der bei uns in Dortmund ist schlecht. aber der in Berlin ist keinen Deut besser. Die Gehege zu klein, ungepflegt. Nur das Pandagehege ist ein kleiner Traum, aber das ist auch eher politisch zu sehen. Schließlich sind die Tiere nur ausgeliehen. Der Eintritt ist nicht preiswert. Wir wollten trotzdem die Tiger. Löwen und die Hyäne besuchen. Aber das Raubtierhaus wird neu gebaut, von den Bewohnern ist keine Spur zu sehen. Bestimmt sind die bis zur Fertigstellung in einem anderen Zoo untergebracht. Und kein Hinweis darauf am Eingang! Das finden wir richtig shice, denn wenn wir das gewußt hätten, hätten wir unsere restliche Zeit in Berlin anders verbracht.





Samstag, 25. August 2018

Ausgezogen Teil 3

Heute hat sich die BMW Dakar auf den Weg in ein neues Revier gemacht und ist nach Bremen umgezogen.
Das ist gut so, denn der Plan, dass ich damit fahren sollte, ist nicht aufgegangen. Sie ist mir zu schwer. Ich bleibe bei meiner NX 250 und die Dakar schnuppert Nordluft.


Montag, 20. August 2018

Die gute Ute...

Auf den ersten Kilometern mit der Sertao fiel mir auf, daß sie merkwürdig fährt. Die erste Idee waren die montierten Metzeler Tourance next Reifen. Wie sich bei der Montage der Gabelschützer herausstellte, ist das Lenkkopflager defekt. Der Lenker bleibt genau in der Mitte wie angenagelt stehen. Also zackig ein neues Lager bestellt und eingebaut. Die Ute (Sertao) soll ja zuverlässiger Ersatz für die ein oder andere etwas in die Jahre gekommene Maschine sein, die weniger störanfällig ist, als 30 Jahre alte Motorräder. So der Plan. 

Daß bei einer Laufleistung von knapp 11.000 Kilometer das Lenkkopflager defekt ist, das noch kurz zuvor von der BMW Werkstatt für gut befunden wurde, ist schon erstaunlich. Der Vorbesitzer war nämlich recht akribisch im Aufbewahren der preis-intensiven Wartungen durch BMW. So muss man erstmal drauf kommen, daß dieser Defekt vorliegen könnte.


Ute schon ohne Gabel.


Der Lenker muss demontiert werden.


Die Qualität der Bauteile ist ausgezeichnet, umso erstaunlicher daß recht günstige Lager eingebaut werden. Kein deutsches Fabrikat. Mit Fett wurde auch gespart. Da war kaum was drin.




Man erkennt deutliche Rastspuren. Die Oberflächengüte ist miserabel. Das Lagerspiel war zwar korrekt, aber eine so deutliche Raste hätte den Mechanikern bei BMW auffallen müssen!



Mit dem neuen Lager geht's direkt zur Probefahrt an die Möhne. Positives Zwischenergebniss: die Ute ist echt sparsam.
 3,7 Liter auf 100 stramm gefahrene Kilometer sind eine Ansage die es erstmal zu unterbieten gilt.


Hätte Fotograf werden sollen was?



An der Möhne treffe ich noch den "alten Mann" mit seiner XTZ 750 Super Tenere. Auch ein sehr zuverlässiges Motorrad, nur 25 Jahre älter.




Leider ist das Fahrverhalten der Sertao immer noch bescheiden. Bis 120 km/h ist noch alles oke, doch beim weiteren Beschleunigen wird es ungemütlich. Und zwar heftig. Pendeln ist unangenehm und für Unerfahrene sogar gefährlich. Am Lenkkopflager wird es nicht liegen, also auch noch neue Reifen montieren lassen. Der vordere ist zwar fast neu, doch der Hinterreifen hat ausgeprägte Sägezähne. Der Vorderradreifen findet weitere Verwendung in einem anderen Motorrad, der hintere geht zur Entsorgung. Ich wollte ja schon immer mal die TKC 80 ausprobieren, jetzt ist es soweit.


Ich finde die Reifen stehen der Ute ausgezeichnet. Jetzt muss sie nur noch geradeaus fahren. Mal sehen, am Wochenende ist das jährliche KLR Treffen, zu dem ich selten auch mit der KLR fahre, weil die Kiste nur am rumzicken ist. Dann wird die Ute weiter getestet.


Samstag, 4. August 2018

Ausgezogen Teil 2

In der letzten Woche ist die nächste Maschine ausgezogen: die DR Big.


Sie ist richtig gut in Schuß, das Dekor sieht aus wie neu und Kratzer sind auch keine da. Aber bei diesem Bike ist der Name Programm: sie ist dick und schwer.
Ich find's schade, weil ich da bequem mitfahren konnte. Aber andererseits: wie oft war das?


Sie hat einen guten neuen Fahrer gefunden, der sie wenigstens bewegen wird. Besser so, als sich bei uns die Reifen platt stehen.

Sonntag, 29. Juli 2018

Die erste größere Tour

Am Samstag hatte die Hitze der letzten Tage etwas nachgelassen und der Mechaniker beschloss, seine erste längere Strecke mit der BMW Sertao zu fahren. Unser Malermeister aus Soltau hatte zum Grillen eingeladen.
Gegen Mittag ging es los. Das erste Hindernis war der Schalthebel. Bei der Probefahrt mit Straßenschuhen war noch nicht aufgefallen, dass der Schalthebel zu kurz und zu tief war. Mit den Motorradstiefeln ging dann nix mehr. Gut, wenn man immer noch einen ungebrauchten Hebel in Reserve hat, der schnell angebaut werden kann.


Beim ersten Stopp in Wildeshausen bekam ich als daheim gebliebene den ersten telefonischen Bericht: läuft ganz gut, wenn auch langsamer als gedacht. Die Reifen sind nicht gut, die Karre pendelt bei Geschwindigkeiten um 110 km/h und der Blinker links ist abgefallen.
Aber an der Tanke steht ein Toyota aus Kuwait.

Die Jungs sind vor 2 Wochen mit Ihrem Toyota aus Kuwait losgefahren. Ziel ist der Polarkreis in Norwegen. Nach meiner Anmerkung: "cool idea", waren wir sofort im Gespräch. Während etwa 200 Liter Sprit (Super versteht sich) im Toyota verschwinden, entwickeln sich interessante Gespräch. 6000km haben die 4 Teilnehmer der "Expedition Europe" schon hinter sich. Nicht alle Begegnungen waren schön, Syrien musste umfahren werden, aber Europa gefällt den Jungs. Das, was sie am meisten beeindruckt, ist, daß es in Europa keine Grenzen gibt. Einfach so bis nach Norwegen fahren. Wer von den vieren die Idee hatte zu einer solchen Reise habe ich nicht verstanden. Ich glaube es waren alle 4 zusammen. "Albaddah" steht auf Ihrem Geländewagen, was auf deutsch soviel bedeutet wie die "Schmidt´s". Sollte ich jemals nach Kuwait kommen bin ich selbstverständlich eingeladen. Ich soll einfach nach Albaddah fragen. Zum Abschied gab es noch einen Albaddah Aufkleber, den ich noch vor Ort auf die Karre geklebt habe und ein herzliches "inschallah" Gute Reise!


Und die Sertao bekommt ihren ersten Reiseaufkleber.


Nach kurzer Pause ging es dann weiter nach Soltau. Wenn der Mechaniker damit gerechnet hatte, viele Menschen anzutreffen, die bei Bierchen und Würstchen um einen Grill herum stehen, so war er ganz erstaunt, dass außer ihm und der KLR niemand da war. Noch nicht einmal der Gastgeber.


Seltsame Sache das. Nach einer Weile bekam er den Malermeister ans Telefon. Er war mit den Hunden unterwegs, nachdem die Grillfeier wegen drohendem schlechten Wetter abgesagt wurde.
Aber sein Würstchen bekam der Mechaniker dann trotzdem noch. Und der Blinker wurde fachmännisch wieder befestigt.


Gegen Acht machte der Mechaniker sich wieder auf den Heimweg. Im Ruhrgebiet ging gerade stärkerer Regen nieder, und ich dachte noch: hoffentlich zieht das nicht Richtung Soltau.
Aber genau das passierte natürlich. Extremer Regen und heftiges Gewitter veranlassten den Mechaniker bei Hannover anzuhalten. Bis dahin war er völlig durchgeweicht. Bei derartigen Starkregen läuft oben alles einfach in die Klamotten und zieht bis unten durch.
Weil er die Hose in die Stiefel gesteckt hatte, war das Wasser hinein gelaufen. Später konnte ich mich davon überzeugen, dass die tatsächlich wasserdicht sind: es kommt kein Wasser heraus. Deshalb konnte er ordentlich was ausschütten.
Inzwischen war auch der rechte Blinker abgefallen.


Irgendwann ging es dann weiter. Völlig durchnässt und dadurch auch kalt im Fahrtwind. Gut, dass die BMW Griffheizung hat.
Knapp vor Mitternacht kam der Mechaniker wieder hier an. Tropfend. Wir haben dann die nassen Sachen erstmal in der Garage aufgehängt. Heute scheint bei Temperaturen um 25 Grad wieder die Sonne. Die Trockenstation kann nach draußen verlegt werden.


Und das sagt der Mechaniker nach dieser Tour über die Sertao:

Das Fahrgefühl vermittelt ständig den Eindruck, dass man auf einer ausgewachsenen 2-Zylinder BMW sitzt. Daher ist das erste subjektive Empfinden: die Kiste ist langsam, ist sie aber nicht. Die Dauer-Reisegeschindigkeit kann zwischen 140 und 160 km/h liegen, was für einen Einzylinder absolut in Ordnung ist. Auch bei Überhohlmanövern über 120km/h kommt noch ordentlich was. Die Linke Spur kann, zumindest temporär, befahren werden. Das Handling ist trotz der extrem beschissenen Metzeler Tourance next komplett souverän. Mit einem schlechten Fahrwerk wäre ich auf der Autobahn wegen der Reifen und der Nässe bestimmt verunglückt. Das Licht ist hervorragend, der Windschutz, auch dank der verstellbaren Scheibe, perfekt. 2 x 300km am Stück und keine Rückenprobleme. Auch keine Schmerzen am Popo. Einfach nur "leider geil!"